Wie gesund sind getrocknete Maulbeeren?

Hierzulande gelten sie immer noch als Exoten: die Maulbeeren – Früchte, die äußerlich länglichen Brombeeren ähneln. Die süßlich-herben und mitunter säuerlich schmeckenden, circa zwei bis fünf Zentimeter großen Beeren sind die Früchte des Maulbeerbaums. Er stammt ursprünglich aus den subtropischen Regionen Asiens und Nordamerikas und wird schon im Alten Testament erwähnt. Während der Zeit des Römischen Reiches wurde er in ganz Europa verbreitet.

Bei der Ernte, die mehrmals hintereinander stattfindet, sind die Beeren so weich, dass sie schon bei leichtem Druck auslaufen. Nur pralle und kräftig gefärbte Früchte dürfen von den Zweigen geschüttelt werden. Der Maulbeerbaum kommt in zwölf Arten vor und hat dann schwarze, rote, weiße, dunkelviolette Beeren. Am süßesten und saftigsten sind die schwarzen und roten Früchte.

Frische Maulbeeren haben einen anderen Geschmack als die getrockneten Früchte. Im Gegensatz zu den getrockneten sind in den frischen noch alle gesundheitsfördernden Vital-Stoffe erhalten.

Welche gesundheitsfördernden Wirkungen haben Maulbeeren?

Wer den vollen Gehalt an Nährstoffen, Mineralien, Spurenelementen und Vitaminen für seine Gesundheit nutzen möchte, sollte die Beeren unbedingt frisch verzehren; denn das Trocknen kostet die leckeren Beeren nicht ausschließlich ihren hohen Wassergehalt.

Maulbeeren wirken:

  • entzündungshemmend
  • antibakteriell
  • zellschützend (Anti-Aging-Effekt)
  • durchblutungsfördernd
  • blutdrucksenkend
  • Blutfett regulierend
  • nervenstärkend
  • allgemein kräftigend, regenerierend
  • blutbildend
  • immunstärkend
  • krebshemmend
  • entwässernd

Der hohe Anteil an Pflanzen-Proteinen, über den Maulbeeren verfügen, ist für Früchte eher untypisch. Außerdem enthalten sie Polyphenole, Ballaststoffe, Anthocyane (sekundäre Pflanzenstoffe), die Vitamine A, B1, B2, B6, C, E und K sowie die Mineralstoffe Kalzium, Zink, Bor, Phosphor, Kupfer, Fluor, Eisen, Mangan, Magnesium und Kalium.

Der Hauptwirkstoff der Maulbeere, das Antioxidans Resveratrol, hemmt das gefäßverengende Angiotensin und fördert stattdessen die Bildung des gefäßerweiternden Stickstoffmonoxids. So verhindert Resveratrol gefährlichen Bluthochdruck und senkt das Risiko von Herzkreislauf-Erkrankungen. Außerdem kann es vor bakteriellen und Pilzinfektionen schützen.

Als hochwirksames Antioxidans hat Resveratrol die Fähigkeit, die Zellalterung hinauszuzögern und die Beschädigung von Zellen durch freie Radikale zu verhindern. Es neutralisiert sie, indem es ihnen ein Elektron abgibt. So sind die freien Radikale nicht mehr in der Lage, sich in den Zellwänden einzunisten und die Zellen von innen heraus zu zerstören.

Der hohe Anteil an Anthocyanen in den Maulbeeren wirkt entzündungshemmend, durchblutungsfördernd, Sehkraft verbessernd und das Tumor-Wachstum eindämmend. Die Flavonoide regulieren bei Diabetes-Patienten den Blutzuckerspiegel: Die gefährlichen Zucker-Peaks werden vermieden, da die Kohlenhydrate nur langsam in den Blutkreislauf abgegeben werden.

Vor Diabetes, speziell Altersdiabetes (Typ-2) kann der sekundäre Pflanzenstoff DNJ (Desoxynojirimycin) schützen: Er hemmt im Dünndarm die Aktivität eines Enzyms, das normalerweise einen bestimmten Mehrfach-Zucker aufspaltet und sorgt dafür, dass es stattdessen über den Stuhlgang ausgeschieden wird. DNJ repariert beschädigte Pankreas Inselzellen, sodass sie ihre Insulinproduktion wieder aufnehmen können. Die Blutzucker-Reduzierung wird erzielt, indem Desoxynojirimycin die Bindung von Glukose-Molekülen an rote Blutkörperchen verhindert.

Der hohe Anteil an Vitamin C in den Maulbeeren senkt das Entzündungsrisiko: Das Antioxidans fungiert als Radikalen-Fänger und verhindert inflammatorische Reaktionen. So kann beispielsweise Arteriosklerose wirkungsvoll verhindert werden. Vitamin C stärkt das Immunsystem, schützt von Infektionen und beschleunigt die Wundheilung. Die in den Maulbeeren enthaltenen Alkaloide aktivieren Makrophagen, weiße Blutkörperchen, die gegen Erreger vorgehen.

Außerdem hat es noch einen positiven Einfluss auf den Blutfettspiegel. Provitamin A (Beta-Carotin) reduziert Hautentzündungen, regt die Bildung von Kollagen und Elastin in der Haut an und stärkt die Sehkraft. Es reguliert die Melaninbildung in der Haut, ein Farbstoff, der das wichtige Organ vor schädlichem UV-Licht schützt. Die Kombination von Provitamin A, Vitamin E und essenziellen Fettsäuren gibt spröder, trockener Haut ihre verlorene Feuchtigkeit und Spannkraft zurück.

Außerdem behalten die Haare durch Provitamin A länger ihre natürliche Farbe: Es kurbelt die Melanin-Produktion in den Haarfollikeln an und verhindert so vorzeitiges Ergrauen der Haare. Vitamin C wirkt durchblutungsfördernd und sorgt dafür, dass der Haarboden ausreichend mit Nährstoffen versorgt wird. So wird vorzeitiger Haarausfall verhindert.

Der hohe Eisengehalt der Maulbeeren bekämpft wirkungsvoll weiblichen Haarausfall. Er ist besonders hoch in den dunklen Maulbeerfrüchten. Die Schuppenbildung auf der Kopfhaut wird ebenfalls durch Beta-Carotin verhindert. Dafür regt es die Produktion eines speziellen Öls an.

Vitamin K sorgt für die Einlagerung von Kalzium in die Knochen und stärkt auf diese Weise die Knochensubstanz. Außerdem fördert es die Blutgerinnung. Die Vitamine des B-Komplexes unterstützen das Protein, Fett und den Kohlenhydratstoffwechsel. Die 17 in den wohlschmeckenden Maulbeeren vorkommenden Aminosäuren werden vom Körper zum Aufbau von Proteinen, Muskelmasse und Knochensubstanz genutzt. Die wichtigsten von ihnen sind Glutaminsäure und Asparaginsäure.

Bedingt durch den hohen Gehalt an Eisen haben Maulbeeren eine allgemein stärkende Wirkung auf den Körper und eignen sich daher optimal bei der Rekonvaleszenz nach schweren Erkrankungen, Operationen und Geburten. Wer einen Tee aus den getrockneten Früchten herstellt, kann damit Husten und andere mit Auswurf verbundene Atemwegserkrankungen behandeln.

Nicht verzehren sollte man die Maulbeere (frisch oder getrocknet), wenn man schwanger ist, da die Folgen des Konsums für das Ungeborene nicht abschätzbar sind. Außerdem können die darin enthaltenen Substanzen beim Stillen auf das Neugeborene übergehen. Auch Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sollte man sie nicht geben, da ihre Wirkung auf die Gesundheit von Heranwachsenden noch nicht erforscht sind

 

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