Wie gesund sind getrocknete Cranberries?

Hierzulande kennt man Cranberrys kaum. Die etwa 2 Zentimeter großen prallen Früchte der Kranichbeere sind in ihren Herkunftsländern Nordamerika und Kanada ausgesprochen beliebt. Das Heidekrautgewächs kommt als niedriger immergrüner Bodendecker vor und bildet im September/Oktober runde Beeren mit festem Fruchtfleisch und süß-säuerlichem Geschmack.

Die Verwandte von Wild-Preiselbeere und Heidelbeere gedeiht dort unter idealen Bedingungen: sauren, feuchten und humusreichen Böden mit einem pH-Wert von 4 bis 5, kühle feuchten Sommern und milden Wintern. Schon die amerikanischen Ureinwohner wussten um die Heilwirkung der kleinen, säuerlichen Beere. Sie nutzten sie zur Behandlung von infizierten Wunden.

Frisch gepflückte Cranberrys sind zwar genießbar, aber unangenehm sauer. Das Trocknen in der Sonne lässt ihren Zuckergehalt ansteigen. Wer seiner Gesundheit mit den Früchten aus USA und Kanada etwas Gutes tun möchte, sollte sie jedoch frisch kaufen, da sie dann noch alle wichtigen Vitalstoffe enthalten. In der Erntesaison sind sie auch hierzulande in gut sortierten Supermärkten erhältlich. Um ihre gesundheitsfördernde Wirkung auch außerhalb der Saison nutzen zu können, empfiehlt es sich, sie bei -18 °C im Gefrierschrank zu lagern.

Getrocknete Cranberrys sind zwar auch gesund, aber echte Kalorienbomben: Statt 46 Kalorien wie die frischen Beeren enthalten sie 308 Kalorien pro100 Gramm. Außerdem enthalten die Trockenfrüchte weniger Eiweiß und Vitamine, jedoch mehr Fett, mehr Kohlenhydrate und mehr Ballaststoffe als frische Beeren. Allerdings ist ihr Mineralstoffgehalt höher.

Übrigens: Wer Geld sparen möchte und einen Garten sein eigen nennt, kann sie auch selbst anbauen. Cranberrys benötigen mäßig feuchten, lockeren und kalkarmen Sand oder Torfboden.

Welche gesundheitlichen Wirkungen haben Cranberrys?

Cranberrys enthalten viel

  • Proanthocyanide des Typs A und B (PAC A, B)
  • Gerbstoffe
  • Polyphenole (Hydroxyzimtsäure, Catechine etc.)
  • Triterpene
  • organische Säuren (Apfelsäure, Zitronensäure, Hippursäure, Chinasäure)
  • Provitamin A (Beta-Carotin)
  • Vitamin B1, B2, B3
  • Vitamin C
  • Kalium
  • Kalzium
  • Phosphor
  • Magnesium
  • Zink

und wenig

  • Eiweiß
  • Fett
  • Ballaststoffe

Cranberrys zeigen eine positive Wirkung bei:

Harnwegsinfektionen und Blasenentzündung
Sie verhindern, dass E. coli Bakterien an Blasen und Nierenzellen andocken und in sie eindringen. Die Erreger werden ganz einfach mit dem Harn ausgeschwemmt. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass die Gabe von lediglich zweimal täglich 150 Milliliter Saft ausreicht, um das Risiko von Harnweginfekten um 42 Prozent zu verringern. Die Wirkung der gepressten Beeren hält etwa zehn Stunden an.

Die D-Mannose (eine Zuckerart) ist ebenfalls hoch effizient, wenn es um die Beseitigung und Vorbeugung von Blaseninfektionen geht. Auch sie greift die Bakterien nicht direkt an, sondern bindet sie und leitet sie über den Urin aus.

Vor allem die lästigen, weil regelmäßig wiederkehrenden Blasenentzündungen bei Frauen können mit Cranberrys wirkungsvoll bekämpft werden. Daher erhielt das Produkt für diese medizinische Indikation auch die positive Bewertung der Kommission E. Frauen, die derartigen Beschwerden leiden, sollten eher zu Cranberrys greifen als sich vom Arzt Antibiotika verschreiben zu lassen: Sie führen bei längerfristigem Gebrauch zu einer dauerhaften Schädigung der gesunden Darmflora und zu einem geschwächten Immunsystem.

Magenerkrankungen (Magengeschwüren, Magenkrebs)
Cranberrys enthalten sehr viele Proanthocyanide des Typs A (95 Prozent). Die sekundären Pflanzenstoffe haben eine stärkere anti-oxidative Wirkung als die B-Proanthocyanide und helfen in Kombination mit dem hohen Vitamin C-Gehalt, Magengeschwüre zu verhindern. Sie gehen wirksam gegen Helicobacter pylori vor, ein besonders aggressives Bakterium, das die Magenschleimhaut zerstört und sogar Magenkrebs verursachen kann. Übrigens: Die meisten anderen Früchte enthalten nur die schwächeren B-Proanthocyanide.

Karies und Zahnfleischentzündungen
Die in den Cranberrys enthaltenen Antioxidantien verhindern das Anhaften kariesbegünstigender Bakterien an Zahnschmelz, Zahnfleisch und Mundrachen-Schleimhaut. Dieser Effekt konnte in einer israelischen Studie aus dem Jahr 2004 mit einem aus Cranberrys isolierten Antioxidans bewiesen werden, das Mundwasser zugesetzt wurde. Wer seine Beerenfrüchte also derart nutzen möchte, sollte allerdings nach ihrem Genuss mindestens eine Stunde mit dem Zähneputzen warten. Die Fruchtsäuren könnten sonst den Zahnschmelz angreifen. Eine bereits bestehende Parodontitis kann mit Cranberrys positiv beeinflusst werden.

Krebs
Als potente Antioxidantien sind die in den Cranberrys enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe und Vitamine in der Lage, das zellzerstörende Treiben der freien Radikale zu unterbinden. Dazu besetzen sie sie einfach mit einem Elektron. Die auf die Bildung von Tumorzellen spezialisierten Sauerstoffmoleküle werden vor allen durch die PACs ausgebremst: Wie Laborversuche zeigten, hemmen sie das Wachstum der mutierten Zellen und leiten sogar den programmierten Zelltod ein.

Erkältungskrankheiten und Vitamin C-Mangel
Der hohe Anteil an Vitamin C schützt wirkungsvoll vor Erkältungskrankheiten und grippalen Infekten. Sie lassen sich mit Cranberrys außerdem gut behandeln. Da die säuerlichen nordamerikanischen Beeren auch Vitamin C-Mangelerscheinungen (und dem hierzulande ausgerotteten Skorbut) vorbeugen können, erhielten sie für diese medizinische Indikation die positive Bewertung der Kommission E.

erhöhtem Cholesterinspiegel
Die in den Cranberrys vorkommenden Antioxidantien sorgen dafür, dass der gesundheitsfördernde HDL Cholesterin-Wert ansteigt und das schädliche LDL Cholesterin im Blut verringert wird. Außerdem wird der Gesamtcholesterinspiegel gesenkt. Auf diese Weise beugen die Früchte koronaren Herzerkrankungen vor. Außerdem verhindern sie die Oxidation des Cholesterins auf den Gefäßinnenwänden und helfen so, die Bildung arteriosklerotischer Plaques zu hemmen (koreanische Studie mit Ratten).

Cave: Personen, die einen selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) einnehmen müssen, sollten sich ihre Cranberrys seltener und in geringer Menge gönnen, da sie die Wirkung des Arzneimittels verstärken können. Es kommt dann zu einer Steigerung der Tryptophan-Menge im Darm.

Zubereitungstipp: getrocknete Cranberrys

Getrocknete Cranberrys sind in der Originalverpackung oder fest verschlossenen Dose länger als ein Jahr haltbar. Wer ein Süßschnabel ist und lieber süßeres Obst zu sich nimmt, weicht seine Beeren mindestens 4 Stunden in Fruchtsaft ein. Sie saugen sich dann mit dem süßen Saft voll. Frische Früchte eignen sich eher für herzhaft-pikante Gerichte, die getrockneten Cranberrys für Desserts, Müslis, Joghurt, Gebäck, Muffins und Kuchen.

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