Stachelbeeren: Interessantes und Nützliches

So vielfältig wie die Sortenliste anbauwürdiger Stachelbeeren sind auch ihre Geschmacksnuancen, die sich von süß über süßsauer bis zu vorwiegend sauer erstrecken. Die insgesamt relativ anspruchslosen Stachelbeeren versprechen nicht nur exquisite Geschmackserlebnisse, sondern sie leisten auch der Gesundheit Vorschub. Sie führen in reichlichem Maß Mineralstoffe, Vitamine und auch verdauungsförderliche Ballaststoffe im Gepäck.

Stachelbeeren mit dem lateinischen Namen Ribes uva-crispa oder Ribes grossularia sind fast in ganz Europa zu finden, sogar noch ein wenig nördlicher als das norwegische Oslo. Im Süden haben sich Stachelbeeren bis nach Nordafrika ausgebreitet und im Osten bis nach China. Das Ursprungsgebiet der Wildformen lässt sich kaum noch feststellen, weil sich viele wildwachsende Arten aus ausgewilderten Sorten rückentwickelt haben.

In Mitteleuropa werden Stachelbeeren seit dem 16. Jahrhundert als Beerenobst kultiviert. Die Haupterntezeit fällt bei uns in die Monate Juli und August. Die rohen Stachelbeeren sind sehr gut für den Direktverzehr geeignet, sie lassen sich aber auch gut zu Marmelade oder Mus weiterverarbeiten oder dienen als Kuchenbelag. Dass sich Stachelbeeren auch hervorragend zur Geschmacksverfeinerung für die Herstellung süß-säuerlicher Chutneys eignet, ist fast ein Geheimtipp.

Stachelbeeren – welche Inhaltsstoffe sind besonders wertvoll?

Der Wert von Beerenobst bemisst sich weniger an ihren sogenannten primären Inhaltsstoffen wie Kohlenhydrate, Eiweiße (Proteine), Fette und Ballaststoffe, sondern an ihrem Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen mit positiver Gesundheitsrelevanz. Das sind vor allem Mineralstoffe, Spurenelemente, Aminosäuren, Enzyme, Vitamine und viele weitere bioaktive Substanzen. Stachelbeeren sind besonders reichhaltig an Mineralstoffen und bestimmten Vitaminen wie die folgende Auflistung zeigt:

  • Mineralstoffe und Spurenelemente: Eisen, Kalium Kalzium, Eisen, Magnesium, Silizium, Phosphor und weitere Stoffe
  • Vitamine: Vitamin C, verschiedene B-Vitamine einschließlich Folsäure (B9) und Biotin (B7)
  • Gerbstoffe: sind entzündungshemmend, adstringierend und antibakteriell; helfen bei Schwermetallvergiftungen Verwendung
  • Aminosäuren: sind die Bausteine der Proteine
  • Pektine: unverdauliche Mehrfachzucker (Polysaccharide), die als Ballaststoffe wirken

Die sekundären Pflanzenstoffe, die dem Stoffwechsel durch den Verzehr von Stachelbeeren zur Verfügung stehen, stärken in besonderem Maße das Immunsystem. Die bioaktiven Stoffe bieten dem Immunsystem Hilfe zur Selbsthilfe.

Welche Sorten sind für den heimischen Garten am besten geeignet?

Stachelbeeren sind fast für jeden Garten geeignet. Sie lieben es licht bis halbschattig und sind recht anspruchslos, bevorzugen aber kalkhaltige Böden und verabscheuen auch nicht ab und an eine Schaufel nährstoffreichen Humus. Stachelbeerpflanzen sind als wurzelechter Strauch und als Halb- oder Hochstamm in Gartencentern verfügbar. Je nach Sorte sind die reifen ein bis drei Zentimeter großen Beeren grün, gelb oder rot bis purpurrot und unterschiedlich süß bis süßsauer mit recht unterschiedlichem Aroma.

Die folgende Liste anbauwürdiger Sorten für den Privatgarten stellt nur eine kleine Auswahl dar und erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit:

  • GrüneKugel: grüne Frucht, aromatisch süßsäuerlich; sehr mehltauanfällig
  • Remarka: mittelrote, unbehaarte Früchte, säuerlich; widerstandsfähig gegen Mehltau
  • Larell: rote, platzfeste Beeren, sehr süß; für Kübelbepflanzung geeignet
  • Rolonda: dunkelrote Beeren, säuerlich, ertragsstark; widerstandsfähig gegen Mehltau
  • King of Trumps: gelbe Beeren, saftig; zum Einfrieren geeignet

Welche Sorte für deinen Garten geeignet ist, hängt von deinen Geschmacksvorlieben und von den Verhältnissen in deinem Garten ab. Einige Sorten sind anfällig für Blattkrankheit und Mehltau, so dass der Anbau weitgehend resistenter Sorten durchaus empfehlenswert ist. Grundsätzlich gilt für alle Sorten, dass die Sträucher regelmäßig geschnitten werden. Nach der Blüte wird leicht ausgelichtet und nach der Ernte erfolgt der Hauptschnitt, bei dem mehrere neue kräftige Triebe bleiben können, während dünne und alte Triebe entfernt werden können, um den Strauch möglichst jung und ertragreich zu halten.

Stachelbeersorten, die als Halb- oder Hochstamm angeboten werden, weisen eine Veredelungsstelle auf. Triebe, die sich unterhalb der Veredelungsstelle entwickeln, entsprechen daher nicht der Sorte, die auf dem Etikett angegeben ist. Zu deiner Überraschung könnten sie nach einiger Zeit sogar Johannisbeeren tragen, weil häufig der Hoch- oder Halbstamm einer bestimmten Johannisbeersorte zur Veredelung mit Stachelbeeren Verwendung findet. Wurzelecht sind in der Regel nur Sorten, die strauchartig wachsen. Wer es exotisch mag, kann auch auf eine Kreuzung zwischen Stachelbeere und schwarzer Johannisbeere, Jostabeere genannt, zurückgreifen. Der Name ist ein Akronym, das sich aus den Anfangssilben der Johannisbeere und der Stachelbeere zusammensetzt.

Tipps für Verwendung und Konservierung

Frische Stachelbeeren lassen sich etwa eine Woche lang ohne Qualitätsverlust im Kühlschrank lagern und sollten innerhalb der Zeit weiterverarbeitet oder konserviert werden. Sehr beliebt sind Stachelbeeren als Kuchen- oder Tortenbelag, wobei sich auch Kombinationen mit anderen Früchten wie Rhabarber oder Pfirsiche anbieten. Aus Stachelbeeren lassen sich geschmacklich anspruchsvolle süßsäuerliche Konfitüren und Marmeladen herstellen, deren Aroma mit ein wenig Madeira oder mit Obstbrand noch weiter aufgepeppt werden kann. Ebenso sind Stachelbeeren für die Zubereitung raffinierter Desserts geeignet.

Stachelbeeren lassen sich auf mehrere Arten konservieren. Die konventionelle und unkomplizierte Art des Einkochens in Gläsern hat nach wie vor gewisse Vorteile, weil die eingekochten Stachelbeeren bei Bedarf als Kuchenbelag oder zur Zubereitung von Desserts – auch im Winter – unmittelbar zur Verfügung stehen. Alternativ dazu eignen sich Stachelbeeren auch sehr gut zum Einfrieren. Es empfiehlt sich allerdings, die Beeren zunächst auf einem Blech oder einem Teller zu frosten und erst anschließend in einen Beutel zu verfüllen. Damit wird das Aneinanderhaften der Beeren im Gefrierschrank weitestgehend verhindert.

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