Goji Beeren und Antioxidantien

Im größten Goji Anbaugebiet Chinas, der Provinz Ningxia, leben mehr als 16-mal so viele Menschen, die älter als 100 Jahre sind, als im großen Rest der Volksrepublik. Sie sind deutlich gesünder und vitaler als ihre jüngeren Landsleute und den Menschen, die in den westlichen Industrienationen leben. All diese über Hundertjährigen haben eines gemeinsam: Sie verzehren regelmäßig Goji Beeren.

Für ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten sind offensichtlich die in den roten, ovalen Beerenfrüchten enthaltenen Antioxidanzien verantwortlich. Laut chemischen Analysen kommen Goji Beeren auf einen ORAC-Wert (antioxidatives Potenzial) von annähernd 25.000.

Das in den Beeren reichlich vorhandene

  • Provitamin A
  • Vitamin B1
  • Vitamin B2
  • Vitamin B3
  • Vitamin B6
  • Vitamin C
  • Vitamin E

sowie die sekundären Pflanzenstoffe

  • Carotinoide
  • Polysaccharide

verfügen über ein hohes antioxidatives Potenzial.

Goji Beeren sind außerdem reich an

  • Kalzium
  • Kalium
  • Eisen
  • Magnesium
  • Phosphor

und 16 weiteren Mineralstoffen, die die wichtige Arbeit der entzündungshemmenden Substanzen unterstützen und oft sogar selbst in dieser Funktion auftreten. Dazu gehören beispielsweise Zink, Mangan, Arsen, Aluminium, Chrom, Selen, Barium, Germanium, Kobalt, Nickel, Vanadium und viele andere.

Das entzündungshemmende Potenzial der Goji Beeren wird schon seit vielen Jahrhunderten in der traditionellen chinesischen Medizin genutzt. Man behandelt mit ihnen Allergien, Asthma, chronische Schmerzen und Krebs. Da auch Autoimmunerkrankungen auf entzündliche Reaktionen zurückgehen, kann man die Beeren auch bei Morbus Crohn (chronische entzündliche Darmerkrankung mit Schüben), rheumatoider Arthritis (Gelenkentzündung) und anderen schweren und mit Schmerzen verbundenen Leiden einsetzen.

Übrigens: Wem die leckeren hellroten und prallen Goji Früchte zu teuer sind, der kann die Sträucher auch im heimischen Garten anpflanzen. Das Nachtschattengewächs gedeiht dank seiner Winterhärte auch im kälteren Mitteleuropa.

Was sind Antioxidanzien und welche Wirkung haben sie?

Bei diesen hoch effizienten Substanzen handelt es sich um Enzyme, Peptide, Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Das sind chemische Verbindungen, mit denen sich Gewächse gegen Fressfeinde, Krankheiten und UV-Strahlung schützen. Im menschlichen Körper deaktivieren die Antioxidanzien freie Radikale – besonders aggressive Sauerstoffmoleküle, denen ein Elektron fehlt. Diese versuchen ihre chemische Stabilität wieder herzustellen, indem sie anderen in der Nähe befindlichen Zellen, Proteinen und DNA-Strängen ein Elektron rauben.

Freie Radikale gelangen beispielsweise durch Genussgifte wie Tabak und Alkohol oder durch Fehlernährung, beispielsweise zu fetthaltiger Ernährung, in den Körper. Die beraubte Zelle wird ebenfalls instabil und geht selbst auf Raubzug. So werden innerhalb kürzester Zeit Millionen von Zellen zerstört (oxidiert). Der hohe oxidative Stress kann vom Körper nicht mehr bewältigt werden. Es kommt zum Auftreten von Entzündungen, Infektionen, Autoimmunerkrankungen, Arteriosklerose etc. Die Zellen sterben ab oder mutieren, da die freien Radikale ihre Erbsubstanz verändert haben. Können sie sich ungehindert vermehren, entstehen Metastasen.

Die Antioxidanzien hingegen verhindern die entzündlichen Vorgänge, indem sie den freien Radikalen ein Elektron abgeben. Sie selbst erhalten von anderen antioxidativen Stoffen ein Elektron (beispielsweise erhält Vitamin E eines von Vitamin C). Manche der antientzündlichen Substanzen werden vom Körper selbst gebildet, die meisten müssen von außen zugeführt werden. Die Superoxid-Dismutase (SOD) ist beispielsweise ein Enzym, das sich auf die Herstellung von Arteriosklerose vorbeugenden Antioxidanzien spezialisiert hat. Sie benötigt für ihre wichtige Aufgabe Mangan, Kupfer und das Coenzym Ubichinon-10.

Wie wirken die Antioxidantien in der Goji Beere?

Goji Beeren enthalten die Carotinoide Beta-Carotin (Provitamin A), Zeaxanthin, Lutein und Lycopin. Provitamin A schützt die Hautoberfläche vor schädigendem UV-Licht und stärkt die Sehkraft. Außerdem verhindert es die Ablagerung von oxidiertem Cholesterin auf den Gefäßinnenwänden (Arteriosklerose). Zeaxanthin und Lutein unterstützen die Nervengesundheit und verbessern die Sehkraft.

Außerdem kann Zeaxanthin Menschen über 60 Jahren vor Netzhautablösung, und Zuckerkranke vor der diabetischen Retinopathie, bewahren. Lycopin wirkt vorbeugend gegen Prostatakrebs und hat zudem einen positiven Effekt auf den Verlauf der Krebserkrankung. Die fettlöslichen sekundären Pflanzenstoffe geben der chinesischen Frucht ihre rote Farbe und können vom Körper nicht selbst hergestellt werden.

Bei den in der Goji Beere vorkommenden Polysacchariden handelt es sich um komplexe Kohlenhydrate, die vor allem zusammen mit den Ballaststoffen hocheffizient gegen freie Radikale vorgehen. Sie kurbeln das Immunsystem an, sodass es vermehrt T-Lymphozyten bildet. Sie bekämpfen Krebszellen und Viren. Außerdem fördern sie den Aufbau und die Regeneration gesunder Darmbakterien. Polysaccharide steigern den Energiestoffwechsel, entgiften, sorgen für eine bessere Nährstoff-Resorption, regulieren den pH-Wert und stabilisieren den Blutzuckerspiegel.

Betain wird zu Cholin verstoffwechselt und schützt das Gehirn vor freien Radikalen. Das steigert die Gehirnleistung und bewahrt vor altersbedingten degenerativen Hirnerkrankungen wie Demenz und Alzheimer. Außerdem kann man durch den Konsum von Goji Beeren die Arbeit der Superoxid-Dismutase (SOD) unterstützen. Kann dieses wichtige Enzym nicht mehr gegen das freie Radikal Superoxid vorgehen, etwa weil es in nicht ausreichender Menge im Körper vorhanden ist, kommt es zu Entzündungen der Gelenke und Knorpel, die mit extremen Schmerzen verbunden sind. Goji Beeren hingegen hemmen Entzündungen und Schmerzen und erhöhen die Mobilität des arthritischen Patienten.

Das in den Goji Früchten vorhandene Vitamin B1 (Thiamin) gibt dem erschöpften Körper neue Energie, da es den Kohlenhydratstoffwechsel fördert und stimmungsaufhellend wirkt. Außerdem unterstützt es die Schilddrüsengesundheit. Vitamin C stärkt das Immunsystem und schützt vor Erkältungskrankheiten und Arteriosklerose. Vitamin E (Alpha-Tocopherol und Tocotrienole) ist normalerweise nicht in Früchten vorhanden, kommt aber in den Goji Beeren vor.

Die Mineralstoffe Zink, Eisen und Selen können erst dann ihr antioxidatives Potenzial entfalten, wenn sie Bestandteil von Enzymen sind. Zink beschleunigt den Heilungsprozess und die Intensität von Erkältungskrankheiten, fördert das Wachstum und regelt den Appetit. Eisen ist für den Sauerstofftransport auf dem Hämoglobin, dem roten Blutfarbstoff, zuständig und ist ein Cofaktor für stoffwechselfördernde Enzyme. Kalzium sorgt für stabile Knochen und feste Zahnsubstanz und fördert außerdem den Transport von biochemischen Substanzen zu Nerven, Herz, Muskeln und Enzymen.