Wie isst man Aroniabeeren?

Aroniabeeren sind gesund, doch wie werden die dunkelvioletten Beeren eigentlich verzehrt? Können sie roh gegessen werden oder sind sie pur sogar giftig?

Du kannst Aroniabeeren auch roh essen

Lange Zeit kursierte im Internet die Meldung, dass man Aroniabeeren nicht pur vom Strauch naschen sollte. Herausgegeben wurde die Warnung vom AID, einem Online-Portal für Ernährung und Landwirtschaft. Die Begründung: Rohe Aroniabeeren enthielten einen zu hohen Anteil an Blausäure, welche gesundheitsschädigend sein kann.

Viele Hobbygärtner, die Aroniabeeren schon lange auch roh vom Strauch naschten, wunderten sich über die Aussage, weil sie den Konsum bisher ohne gesundheitliche Probleme überstanden hatten. Daraufhin widmete sich das Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel der Frage und überprüfte den Blausäure-Gehalt der rohen Aroniabeeren genauer.

In dieser Untersuchung wurde festgestellt, dass es durchaus möglich ist, Aroniabeeren roh zu essen. Wichtig sind lediglich zwei Dinge:

  1. Genieße ausschließlich die reifen Beeren! Unreife Aroniabeeren sind extrem herb und enthalten deutlich mehr Blausäure als die reifen Beeren.
  2. Verzehre rohe Aroniabeeren nur in Maßen und nicht in Massen, um nicht zu viel Blausäure aufzunehmen.

Der größte Teil der Blausäure steckt bei Aroniabeeren übrigens in den Kernen. Sie werden beim Kauen aber ohnehin nicht komplett zerkleinert, sondern stattdessen mitsamt der Blausäure wieder ausgeschieden.

Wann sind Aroniabeeren reif und genießbar?

Die Aroniabeeren sollten am besten im Zeitraum von Mitte August bis Mitte September geerntet werden. Erst dann sind haben sie den perfekten Reifezustand erreicht. Wenn Du Dir nicht sicher bist, ob die Aroniabeeren an Deinem Strauch im Garten schon reif sind, kannst Du eine Beere abpflücken und mit dem Messer halbieren.

  • Ist das Fruchtfleisch der Beere noch hell? Dann ist die Aroniabeere noch nicht reif.
  • Hat sich das Fruchtfleisch komplett in einem dunkelvioletten Farbton gefärbt? In diesem Fall kannst Du die Aroniabeere essen und auch die anderen Beeren ernten.

Zu früh geerntete Aroniabeeren schmecken sehr herb und können sich aufgrund des hohen Blausäureanteils negativ auf Deine Gesundheit auswirken.

Alternativ kannst Du Aroniabeeren auch weiterverarbeiten

Wenn Du trotzdem Angst vor der Blausäure in der rohen Aroniabeere hast, kannst Du sie nach der Ernte auch noch weiterverarbeiten. Die Blausäure ist hitzeempfindlich, weshalb sich alle Verarbeitungsformen anbieten, bei denen die Beeren erhitzt werden. Besonders beliebt sind Aroniabeeren als:

  • Marmelade und Gelee
  • Fruchtsoße
  • Saft
  • Kompott
  • Sirup
  • Wein und Likör
  • Tee
  • Essig

Auch getrocknete Aroniabeeren schmecken sehr gut zu Müsli oder können zum Backen verwendet werden. Sie sind süßer als die ursprünglichen rohen Beeren.

Aroniabeeren sind vielseitig einsetzbar

Du kannst Aroniabeeren nach Belieben essen und zubereiten. Wenn Du magst, kannst Du sie frisch direkt vom Strauch naschen. Dann erinnern sie geschmacklich ein wenig an unreife Heidelbeeren.

Du kannst sie aber auch gemeinsam mit anderen Früchten und Beeren verzehren. Insbesondere liebliche Obstsorten schmecken gut zu Aroniabeeren. Außerdem lassen sich die Beeren prima im Rumtopf, als Dessertzugabe, als Fruchtsoße oder zu Likören verarbeiten. Falls Du eine Saftpresse hast, kannst Du den Saft aus den Beeren pressen und täglich ein Glas des Aroniabeeren-Safts trinken.

Wenn Du den Beeren ein wenig Zucker hinzufügst und daraus Sirup oder Konfitüre herstellst, sind sie eine hervorragende Ergänzung für Desserts oder zum Frühstück. Die getrockneten Aroniabeeren schmecken sehr gut als Zugabe zum Müsli. Es ist sogar möglich, die Beeren einzufrieren und später wieder aufzutauen, ohne dass die Aroniabeeren dabei an Konsistenz und Geschmack einbüßen.

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