Wofür sind Cranberry-Kapseln geeignet?

Cranberrys werden schon seit Hunderten von Jahren von den amerikanischen Ureinwohnern zur Behandlung von Erkrankungen eingesetzt. Die kleinen roten Moosbeeren sind die Früchte eines mehrjährigen immergrünen Zwergstrauchs, der zu den Heidekrautgewächsen gehört. Cranberry Sträucher wachsen auf den Hochmooren Nordamerikas. Auch heute noch stammen drei Viertel aller weltweit gehandelten Cranberrys aus US-amerikanischem Anbau.

Hierzulande werden die kugeligen Früchte ebenfalls schon seit Jahrhunderten zu medizinischen Zwecken eingesetzt. Wirksam ist hauptsächlich die hohe Konzentration an sekundären Pflanzenstoffen und anderen Antioxidantien. Dazu gehören die Proanthocyanidine des Typs A, verdichtete Tannine (Gerbstoffe), die zugleich den Beeren ihre intensive rote Farbe geben.

Bei ihrem Kampf gegen Viren und Bakterien erhalten diese hoch potenten Pflanzenwirkstoffe Unterstützung durch Provitamin-A, die Vitamine B1, B2, B3, C, K und die Mineralstoffe Kalium, Natrium, Phosphor, Kalzium und Magnesium. Allerdings haben die Wirk-Substanzen keine antibiotischen Eigenschaften, wie man es sonst von Antioxidantien kennt. Sie verhindern das Einnisten der Krankheitserreger in die Schleimhaut und sorgen dafür, dass sie einfach mit dem Speichel oder Harn fortgespült werden.

Welche gesundheitsfördernden Wirkungen haben Cranberrys?

 

Cranberrys und Harnwegserkrankungen

Mithilfe von Cranberrys kann man die ableitenden Harnwegsorgane vor bakteriellen Infektionen schützen. Wie verschiedene klinische Studien bewiesen, helfen Cranberrys bei Blasenentzündungen. Sie werden vor allem vom Bakterium Escherichia coli verursacht, das üblicherweise die Darmschleimhaut besiedelt. Breitet es sich in den Harnwegen aus, kommt es zu unangenehmen schmerzhaften Entzündungen. Die in den Beerenfrüchten enthaltenen Proanthocyanidine A hindern die Bakterien an einem Andocken an der Blasen-Wand.

Frauen, die an wiederkehrenden Blasenentzündungen leiden, können auf die Einnahme von Antibiotika verzichten, wenn sie hoch dosierte Cranberry Präparate konsumieren. Bei wiederkehrenden Entzündungen machen Antibiotika kaum Sinn, da der Körper ohnehin schon Resistenzen aufgebaut hat. Außerdem kommt es mit den chemischen Mitteln oft zu einer Dysbakterie im Darm.

Bei Männern bewirken die vielen Antioxidantien Schutz vor Prostata-Infektionen.

Cranberrys und Herz-Kreislauferkrankungen

Laut einer koreanischen Studie kann das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung mit der Einnahme von Cranberrys stark reduziert werden. Wie eine klinische Studie an Ratten zeigte, konnte man damit den Wert des „guten“ HDL-Cholesterins erhöhen und den Spiegel der gesundheitsschädlichen Blutfette senken. Die sekundären Pflanzenstoffe verhindern eine Oxidation des Cholesterins und damit auch Arteriosklerose.

Cranberrys bewirken außerdem eine Senkung des Blutdrucks. Auf die herzschützenden Eigenschaften der kleinen nordamerikanischen Beere weist auch eine Untersuchung der Winona State University (USA) hin.

Cranberrys und Magen-Erkrankungen

Für die größte Anzahl von Magen-Erkrankungen ist ein Bakterium namens Helicobacter pylori verantwortlich. Die Mediziner vermuten, dass es sogar an der Entstehung von Magenkrebs beteiligt sein könnte. Auch diesen gefährlichen Krankheitserreger spülen Cranberrys einfach aus, sodass er sich gar nicht erst an die Magen-Schleimhaut anheften kann. Schon eine dreimonatige Kur mit Cranberrys macht ihm den Garaus.

Cranberrys und Atemwegsinfektionen

Wie aktuelle klinische Untersuchungen zeigen, sind die Cranberry Wirkstoffe der Moosbeere sogar imstande, Atemwegsinfektionen vorzubeugen. Infektionen der oberen Atemwege kommen häufig durch das Bakterium Pseudomonas aeruginosa zustande, das auch bestimmte Formen von Harnwegsinfektionen verursachen kann.

Cranberrys und Entzündungen des Mund-Rachenraums

Neuere klinische Studien (University of Rochester, USA) beweisen, dass Cranberrys sogar die Entstehung von bakteriellem Zahnbelag drastisch einschränken können. Bei regelmäßiger Einnahme können sich die Karies verursachenden Bakterien nicht auf dem Zahnschmelz ansiedeln. Für eine optimale Wirkung sollte das Cranberry Produkt jedoch frei von Fruchtzucker und anderen Zuckern sein.

Cranberrys und Krebs

Anhand von In-vitro-Versuchen konnte man feststellen, dass Cranberrys das Wachstum bestimmter Krebszellen stoppen und sogar den programmierten Zelltod auslösen können. Entsprechende klinische Untersuchungen an Krebspatienten stehen aber noch aus.

Cranberrys und Vitamin-Mangel

Aufgrund ihres hohen Gehalts an Vitamin C sind frische und getrocknete Cranberrys und hoch konzentrierte Cranberry Nahrungsergänzungsmittel in der Lage, einem Vitamin-C-Mangel vorzubeugen. Damit bieten sie guten Schutz vor Erkältungskrankheiten.

Cranberry Kapseln

Dass Cranberrys eine positive Wirkung auf den Körper haben, ist unbestritten. Aber in Bezug auf die dafür notwendige Dosis herrscht bisher noch Unklarheit. Außerdem sind sich die Wissenschaftler noch nicht einig, welche der verschiedenen Naturheilmittel (Kapseln, Pulver, Tabletten, Saft) für welche medizinische Indikation am besten geeignet sind. Das liegt an der mangelnden Vergleichbarkeit der bisher durchgeführten klinischen Untersuchungen. Daher gibt es heute leider noch keine standardisierten Cranberry Extrakte.

Cranberry Kapseln werden vor allem zur Behandlung bzw. Vorbeugung wiederkehrender Blasenentzündungen bei Frauen angewendet. Viele Nutzer vertrauen auch auf ihren generellen Schutz vor Entzündungen und Infektionen oder nehmen sie ein, um Vitaminmangel vorzubeugen. Auch zur Nachbehandlung von Entzündungen sind sie gut geeignet.

Die Darreichungsform ist optimal, wenn man viel unterwegs ist und keine Möglichkeit hat, Cranberry Früchte zuzubereiten. Außerdem empfiehlt sie sich, wenn man den etwas herben Geschmack der gesunden Beeren nicht mag. Für Patienten mit Diabetes mellitus und Fruktose-Intoleranz sind die Kapseln ideal, da sie keine Fruktose oder Zuckerzusätze enthalten.

Wie französische Studien von 2010 zeigen, reichen 72 mg Proanthocyanidine Typ-A täglich aus, um Blasenentzündungen vorzubeugen. Die Dosis entspricht etwa 600 ml Saft, 58 g frischen Beeren oder der entsprechenden Menge an Cranberry Kapseln (siehe Packungsbeilage). Problematisch bei den Kapseln ist jedoch, dass die genaue Menge an Typ-A Proanthocyaniden von manchen Herstellern nicht angegeben wird.

Mitunter enthalten sie auch noch andere Wirkstoffe. Bei ihnen sollte der Verbraucher jedoch vorsichtig sein und nur bewährten Naturheilmitteln vertrauen. Sie beruhigen die gereizte Harnblase und tragen zur schnelleren Ausleitung der Bakterien bei. Bei Männern wirken sie noch zusätzlich prostatastärkend.

Cranberry Kapseln sind gut verträglich. Mitunter können die Gerbstoffe jedoch Bauchschmerzen verursachen. Patienten mit Nierensteinen oder solche, die zu Nierensteinen neigen, sollten besser auf die Einnahme von Cranberry Kapseln verzichten. Dasselbe gilt für Personen, die Gerinnungshemmer wie Warfarin einnehmen müssen. Sie sollten zuvor unbedingt ihren Arzt konsultieren.