Wie schmecken getrocknete Cranberries?

Der größte Teil der hierzulande erhältlichen Cranberrys stammt aus den USA. Außerhalb des nordamerikanischen Kontinents werden die sauer-herben Beeren in manchen Regionen Europas angebaut. Im Gegensatz zu früheren Zeiten, als man sie in den Hochmooren und Wäldern Nordamerikas per Hand pflückte, werden sie heutzutage auf großflächigen Plantagen angebaut und maschinell geerntet. Cranberrys sind in ihrer ursprünglichen Heimat so beliebt wie hierzulande die Erdbeeren.

Was sind Cranberries?

Als Cranberrys oder Moosbeeren bezeichnet man die etwa 1 cm bis kirschgroßen und eiförmigen Früchte der Großfrüchtigen Moosbeere. Sie sind leuchtend rot bis dunkelrot. In ihrem Inneren weisen sie viele Fruchtkammern auf. Sie sind mit der Preiselbeere verwandt. Die Große Moosbeere gehört zu den Heidekrautgewächsen, speziell zur Gattung der Heidelbeeren. Das immergrüne, strauchartige Gewächs wird nur maximal 20 cm hoch und hat kleine länglich-grüne Laubblätter. An der Unterseite sind sie weißlich gefärbt. Das Heidekrautgewächs hat ein rasches Wachstum. Gemeinsam mit benachbarten Moosbeer-Pflanzen bildet es einen ausgedehnten Pflanzenteppich am Boden.

Es dauert etwa fünf Jahre, bevor ein gepflanzter Cranberry-Strauch viele Früchte trägt. In den zwei Jahren zuvor ist der Beeren-Ertrag eher dürftig. Ab Mai treiben die Pflanzen neue Blätter aus. Im Juni und Juli erscheinen die zarten weißen oder blassrosa Blüten. Nach der Befruchtung entwickeln sich die Beeren und können ab September/ Oktober geerntet werden. Die Cranberry ist eine typische Herbstbeere.

Der Cranberry Strauch stellt hohe Ansprüche an die Bodenbeschaffenheit. Am wohlsten fühlt er sich auf saurem, feuchtem Moor- oder Torfboden. Daher können Cranberrys nicht überall angepflanzt werden.

Cranberrys sind für ihre gesundheitsfördernde und heilsame Wirkung bekannt. Schon die amerikanischen Ureinwohner haben sie für Heilzwecke eingesetzt. Moderne Studien haben diese gesundheitsfördernden Wirkungen untersucht. Dank ihres hohen Gehalts an Anthocyanen und Polyphenolen haben die Cranberrys ein stark anti-oxidatives Potenzial und schützen Körperzellen vor Stoffwechsel-Abbauprodukten sowie Herz und Blutgefäße vor Arteriosklerose. Damit beugen sie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Gefäßerkrankungen vor.

Zugleich besitzen die Früchte antiseptischen Eigenschaften. Sie unterstützen eine schnelle Wundheilung und wirken effizient bei Harnwegsinfektionen. Cranberries schützen die Harnwegsorgane vor Escherichia-Coli-Bakterien. Diese sind verantwortlich für lästige und häufig wiederkehrende Erkrankungen im Urogenitaltrakt.

Regelmäßiger Verzehr von Cranberrys schützt die Zähne vor Karies und bewahrt den Körper vor dem Heranwachsen von Tumorzellen.

Wie schmecken getrocknete Cranberrys?

Bei frischen Cranberrys schmeckt das helle Fruchtfleisch sauer-herb. Daher werden sie von vielen Konsumenten nicht roh verzehrt. Im Gegensatz dazu sind die getrockneten Cranberries deutlich süßer. Sie besitzen zwar noch ein herbes Grundaroma. Durch den Saftverlust sind sie aber weniger bitte als die frischen Früchte. Nur wenige Produzenten bieten unbehandelte Cranberry-Trockenfrüchte an.

In der Regel werden die Trockenfrüchte zur Verbesserung des Geschmacks leicht gezuckert. Dafür werden sie nach dem Waschen auf separaten Förderbändern in einen Tunnel transportiert. Der eine Teil der Cranberries wird geschnitten, der andere Teil wird in Form ganzer Früchte weitergeleitet. Anschließend werden die ungeschnittenen und geschnittenen Früchte mit einem Gemisch aus Zucker und Cranberry-Saft übergossen und in Trocknungskammern auf den gewünschten Feuchtegehalt heruntergetrocknet. Durch das Zuckern werden die Trockenfrüchte zusätzlich länger haltbar.

Wer im Naturkost-Laden kauft, kann getrocknete Cranberrys mit Ahornsirup gesüßt erwerben. Dann haben sie eine leicht karamellige Geschmacksnote. Doch Vorsicht: Die süßeren Trockenfrüchte sind weniger vitaminreich und wahre Kalorienbomben! Wer gerade eine Diät macht, sollte sich vor dem Verzehr die Nährwert-Angaben auf dem Verkaufs-Etikett anschauen.

Rezept-Ideen: Getrocknete Cranberries

Getrocknete Cranberries sind ganzjährig erhältlich und werden fast ausschließlich für Süßspeisen verwendet. Die herb-säuerlichen frischen Früche dienen hingegen nicht nur für Süßspeisen, sondern kommen auch in herzhaften Speisen und Getränken zum Einsatz.

Die Trockenfrüchte können wunderbar als Snack zwischendurch genascht werden. Es gibt aber noch weitere Anwendungsmöglichkeiten. Verwendbar sind sie beispielsweise für:

  • Desserts
  • Gebäck
  • Kuchen
  • Früchtebrot
  • Müslis und
  • Joghurts

Sehr delikat und überraschend ungewohnt schmeckt ein klassischer Blattsalat mit getrockneten Cranberrys als Einlage.

Frische Früchte sind nur saisonal im Supermarkt erhältlich. Die Trockenfrüchte können ein guter Ersatz für die frische Ware sein. Dazu werden sie so lange in Cranberry- oder Apfelsaft eingeweicht, bis sie sich vollgesogen haben und weich sind. Danach schmecken sie fast wie die frischen Beeren — aber süßer. 50 g Trockenfrüchte ergeben 100 g frische Cranberrys.

Cranberry-Hefeteig-Bällchen

Dieses Rezept für eine süße Speise ist als Hauptgericht für 4 Personen oder als Dessert für 8 Personen geeignet. Dazu benötigt man:

  • 50 g getrocknete Cranberries
  • 350 g Mehl
  • 1 kleinen Apfel
  • 1 Packung Trockenhefe
  • 50 g Zucker
  • 1 TL frisch gepressten Zitronensaft
  • etwas Salz
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 125 ml Milch
  • 75 g Butter

Die Äpfel werden geschält, in sehr kleine Würfel geschnitten und mit Zitronensaft beträufelt. Dann zerkleinert man die getrockneten Cranberries. Danach werden Mehl, Salz, Zucker, Hefe und Vanillezucker in einer Schüssel vermischt. Die Butter wird in einem Topf geschmolzen. Anschließend wird die Milch hinzugegossen und alles leicht erwärmt. Die lauwarme Butter-Milch-Mischung wird zur Mehlmischung dazugegeben und zügig verknetet. Danach mischt man die Cranberries und Apfelwürfel darunter und lässt den Teig zugedeckt an einem warmen Ort 1 Stunde lang gehen.

Man wässert einen Römertopf und knetet den Teig nochmals durch, um dann 8 gleich große Bällchen zu formen. Nach dem Einfetten setzt man die Hefeteigkugeln in den Römertopf und backt sie zugedeckt bei 220 Grad (Umluft: 200 Grad) 50 Minuten lang. 10 Minuten vor Ende der Garzeit entfernt man den Deckel, verteilt die restliche Butter in kleinen Stücken auf die Hefeteig-Bällchen und backt sie ohne Deckel fertig. Zu den Cranberry Hefeteig-Bällchen passt am besten eine Vanillesoße.