Heidelbeeren im Überblick

Wilde Heidelbeeren sind eine köstliche Erinnerung an die Sommerferien der Kindheit. Im jährlichen Feriencamp gingen wir mindestens einmal „in die Heidelbeeren“. Beim Sammeln hielt sich die Freude in Grenzen. Es war doch stets sehr zeitaufwendig, den Zahnputzbecher und andere Behälter damit zu füllen. Beim Verspeisen der aromatischen Beeren war der Spaß umso größer. Blaue Zungen und blaue Zähne waren dabei garantiert. Und wenn am Ende der Sammelaktion Eierkuchen mit Blaubeerkompott oder ein warmer Heidelbeerkuchen frisch auf dem Tisch standen, war die aufwendige Sammelaktion bald wieder vergessen.

Wilde Schönheit mit vollem Aroma
Die kleinen Sträucher kommen als wilde Bewohner mit bescheidenen Ansprüchen an den Boden in den Heide- und Moorlandschaften der nördlichen Halbkugel vor. Sie gedeihen auf nährstoffarmen Böden, die von saurem Charakter sind. Die Pflanzen bevorzugen einen Mix aus Sonne und Schatten. Ist das Frühjahr nicht zu kalt und nicht zu nass, gedeihen die Heidelbeeren besonders gut. Die geeigneten Böden sind in ganz Deutschland anzutreffen und die Heidelbeere macht keinen Unterschied zwischen Laub- und Nadelbäumen in ihrer Umgebung. Ob in den sumpfigen Arealen der Mittelgebirge, im märkischen Sand oder auf der Heide: Überall ist die delikate Wildheidelbeere zu Hause. Ihre Saison dauert von Juli bis September und das Aroma der Wildfrüchte ist unschlagbar.

Kultivierte Gesundheit immer parat
Kultivierte Heidel- oder Blaubeeren sind nahezu ganzjährig im Handel. An den unvergleichlichen Geschmack der wilden Früchte reichen sie nicht heran. Während eine wilde Blaubeere ein kräftig dunkelblau-violettes Fruchtfleisch hat, mangelt es der Kulturfrucht an innerer Farbintensität. Dennoch gebührt ihr unsere Wertschätzung; denn auch ihre Inhaltsstoffe machen sie zu einer allzeit verfügbaren Superfood.

Was steckt in den violetten Beeren?
Jede Menge gute Stoffe stecken in der Blaubeere. Dazu zählen vor allem die Vitamine A, C, und E sowie gesunde Ballaststoffe. 100 Gramm Heidelbeeren haben gerade einmal schlanke 39 Kalorien und lediglich 5 Gramm Fruchtzucker. Bei diesen Werten dürfen es gern ein paar Beeren mehr im Müsli oder im Joghurt sein. Für die dunkle Färbung der Beeren tragen die Anthocyane Sorge, die als sekundäre Pflanzenstoffe die freien Radikale neutralisieren. Gleichzeitig unterstützen sie die Blutbildung und halten die Blutgefäße frei von unerwünschten Ablagerungen. In ihnen stecken die geschätzten Spurenelemente Magnesium und Eisen.

Was bewirken die wertvollen Inhaltsstoffe der Beeren?
Heidelbeeren sind nicht ausschließlich ein gesunder Beerenschmaus. Sie gelten außerdem als althergebrachtes Heilmittel. Ihre Gerbstoffe können einen empfindlichen Magen beunruhigen, sind jedoch als Trockenfrüchte auf der anderen Seite bewährte Helfer bei der Bekämpfung von Durchfall und allerlei Darmbeschwerden sowie bei der Therapie von Harnwegsinfektionen. Durch den regelmäßigen Genuss von Blaubeeren lässt sich die Konzentrationsfähigkeit steigern und die Gefahr von Herz- und Kreislauferkrankungen reduzieren. Gleichzeitig tragen sie zur Blutreinigung bei und stoppen die Vermehrung von Viren und Bakterien. Die Beeren sind überdies ein natürliches Antibiotikum. Weniger populär ist die Verwendung der Heidelbeerblätter als Tee zur natürlichen Regulierung des Blutzuckers. Ein Auszug von Blättern und getrockneten Früchten lindert als Kompresse Hauterkrankungen, eignet sich zum Gurgeln und zur Behandlung von Entzündungen von Zahnfleisch und Rachen.

Was gilt es, bei der Zubereitung zu beachten?
Heidelbeeren können als Trockenfrucht und frisch konsumiert werden. Frische Ware ist zum schnellen Verzehr gedacht, da bei Lagerung die gesunden Inhaltsstoffe schnell schwinden. Die Früchte müssen rasch mit reichlich kaltem Wasser abgebraust werden, um mögliche Verunreinigungen zu beseitigen. Das gilt besonders für wilde Heidelbeeren. Die lang befürchtete Übertragung des Fuchsbandwurmes, die aktuell von den Forschern als eher unwahrscheinlich bezeichnet wird, kann durch das gründliche Reinigen der Früchte und der Hände vermieden werden. Sicher ist hingegen das Einkochen der Früchte, da das Haltbarmachen bei mehr als 70 Grad Celsius geschieht. Die Beeren sind zum Einfrieren (Minimum minus 18 Grad Celsius) und zum Trocknen bei milder Hitze geeignet.

Tipps für den heimischen Speiseplan
Frische Heidelbeeren sind gern gesehene Zutaten für Müslis, Smoothies sowie in Quark- und Joghurtdesserts. Größere Mengen lassen sich in köstlichen Beerenwein und Likör verwandeln. Es lohnt sich durchaus, in historischen Kochbüchern nach besonders exquisiten Rezepten zu suchen. Dort finden sich auch Anleitungen zur heimischen Produktion von Marmelade, Konfitüre, Heidelbeersoßen und Sirups. Um die erwünschte Konsistenz zu erzielen, hat sich dabei die Kombination von Heidelbeeren und Apfelsaft bewährt. Die Beeren sind ein wunderbarer Belag für Hefekuchen und kommen auf einem vorgebackenen Mürbeteig mit Baiserhaube wunderbar zur Geltung. Als farbintensive Soße veredeln sie jeden Eierkuchen und Waffeln zu einem Dessert der Spitzenklasse. Beerensoßen mit Fruchtstücken setzen zarte Akzente bei Wildgerichten und die feinen Beeren haben auch Eingang in die Welt der Senfspezialitäten gefunden.